Bastelgedöhns

Greenworks Akku Hack

Akku hacken? Ja, ne ist klar!

Zugegeben, es ist kein Hack, es ist eine Kurzgeschichte über chinesischen Unfug.

Ich habe eine Menge GreenWorks-Geräte der 24V- und der 40V-Gruppe von einem Elektroverwerter ergattern können. Soweit ganz nett, doch sind sie leider ohne Akkus.
Da ich selbst auf einer anderen chinesischen Akkufamilie reite (Worx) und die selbstverständlich nicht passen, waren die GW-Geräte erstmal nutzlos, doch warum? Wenn man z. B. an einen Akkuschrauber 24V anlegt, dreht er kurz an und bleibt dann wieder stehen. Anfangs vermutete ich, mein Labornetzteil hat nicht genug Power. Dem war aber nicht so. Die Geräte wollen ihre eigenen Akkus und haben dafür einen PIN. Auf den GreenWorks-Akkus ist dieser mit dem Ohm-Zeichen markiert.
Nach ein paar Recherchen hatte ich aber dann schnell festgestellt, dass der als Ohm-Port (englisch auch: Omega-Port) bezeichnete Anschluss nicht etwa, wie man es evtl. kennt, ein NTC zur Temperaturüberwachung oder eine analoge Spannung hat, nein, der Akku quasselt darüber mit der Maschine, ok, eine One-Wire-Kommunikation also. Nachdem ich mir einen schlappen 40V-Akku zum Testen besorgt, einen Laubbläser auseinandergenommen, dessen Omega-Port getrennt und samt Masse alles herausgelegt hatte, war im ersten Versuch das Oszilloskop dran, und siehe da, die quatschen wirklich miteinander. Ersichtlich war das, da es zwei unterschiedliche Spannungslevel gab, was nur bedeuten kann, dass das eine dem Akku gehört und das andere das Gerät selber erzeugt.

Der Einfachheit halber das Ganze mit dem Saleae Logic nochmal mitgeschnitten:

Saleae Logic, Mitschnitt von Greenworks 40V Akku

Nach etlichem Grübeln und Hin- und Hergerechne bin ich zu keinem sinnvollen Ergebnis gekommen, welche Art der Kommunikation das ist, also blieb nur übrig, alles stumpf nachbauen.

Ein Arduino Nano und ein paar Zeilen Code später war der erste Teil der Kommunikation fertig, also einfach mal ausprobieren… Läuft! Zur Gegenprobe den zweiten Teil auch nochmal in Code gefasst und getestet, geht nicht.

Ok, also sendet der Akku als erstes ein Signal, und die Maschine antwortet?

Später kam mir dann die Idee, den Omega-Port selbst mit 5V zu beaufschlagen, und siehe da, der Akku fängt von sich aus an zu reden, aber mit einem anderen Muster, ein sehr viel einfacheres.

Auch das nochmal nachgebaut und siehe da, es funktioniert mit externer Stromversorgung

Mittlerweile habe ich einige 24/40/80V Akkus von Greenworks auslesen können, und alle senden dasselbe Signal.

Ich habe daraus ein Miniprogramm entwickelt, um mit einem Atmega den Greenworks-Geräten oder allgemein, allen Globe-Group-Geräten (daher kommt der ganze Krempel) einen echten Akku vorzugaukeln.

Warum der ganze Aufwand? Ganz einfach, weil ich jetzt einen 40V-Akku-Rasenmäher mit meinen vorhandenen 2x20V-Worx-Akkus befeuern kann.

Hier noch eine Liste mit Herstellern die alle von Globe Group stammen und identisch sind

Zum Schluss hier noch der Link zu dem kleinen Programm:
https://github.com/softwarecrash/OmegaFaker

  • Greenworks
  • Powerworks
  • Duramaxx
  • Craftsman
  • McCulloch
  • Poulan Pro
  • Victa
  • Sterwins
  • Kobalt
  • StrikeMaster
  • …uvm…wenn ihr weitere kennt bitte schreibt es in die kommentare dann nehme ich sie mit in die liste auf

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